Jacqueline Gasser-Beck

Kanton
St. Gallen
Partei
Grünliberale Partei Schweiz
Bisherige Beiträge zum Thema: Als Leiterin Innovation Lehre an der Universität St.Gallen ist mir Open Education ein wichtiges Anliegen. Bildung darf keine Frage des Bildungszugangs sein!
Absichten und Pläne: Ich setze mich für ein offenes, demokratisches und selbstverantwortliches WorldWideWeb ein.
Bisheriges Mitglied National- oder Ständerat
Nein
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Wie stehen Sie zu...

Open Source / Freie Software: Sollen öffentliche Stellen (Verwaltung, Bildung etc.) mehr Open Source/Freie Software einsetzen?
Open Source/Freie Software ist Software, für die keine Lizenzgebühren verlangt werden, die unbeschränkt nutzbar ist und deren Quelltext (Aufbau der Software) offen zugänglich ist. Durch den Einsatz von Open Source/Freier Software können die heutigen Abhängigkeiten gegenüber Informatikanbietern verringert und der Wettbewerb im Software-Markt verbessert werden. Die Erfahrung zeigt, dass dies die Wirtschaft stimuliert und Innovationen fördert.
Nein
Ja
Open Source / Freie Software: Befürworten Sie, dass öffentliche Stellen eigene Software-Entwicklungen als Open Source/Freie Software freigegeben?
Die öffentliche Hand entwickelt oftmals für ihren Eigenbedarf selber Software-Lösungen oder lässt diese von externen Dienstleistern entwickeln. Wenn das Urheberrecht bei der Verwaltung liegt, ist eine Wiederverwendung der Software durch andere öffentlichen Stellen möglich und aus Kostensicht sinnvoll. Und laut der E-Government-Strategie Schweiz ist dies auch explizit gewünscht. In der Praxis hat es sich bewährt, dass der angepasste Quellcode wiederum an die Community zurückgegeben wird um die nachhaltige Weiterentwicklung der Software zu gewährleisten.
Nein
Ja
Netzneutralität: Soll es Internet Service Providern (vorwiegend Telekomanbieter) untersagt werden, bestimmte Internetdienste für ein spezielles Angebot begünstigen zu dürfen (bspw. Spotify bei Salt oder Whatsapp bei Sunrise MTV Mobile), um so die Netzneutralität zu wahren?
Folgende Gründe sprechen für eine gesetzliche Regelung der Netzneutralität:
  1. Innovationen: Bis heute war der Zugang von innovativen Schweizer KMUs zu den Internetnutzern sehr einfach. Ohne Netzneutralität müssen diese Unternehmen damit rechnen, dass dieser Zugang eingeschränkt und grosse, ausländische Konkurrenz bevorzugt wird. Gerade Schweizer KsMU werden damit vor unnötige Hürden gestellt.
  2. Konsumentenschutz: Konsumentinnen und Konsumenten sind schon heute mit komplizierten Preisplänen der Telekomanbieter gefordert. Ohne Netzneutralität sind die Angebote unübersichtlicher, sodass der Vergleich von Preisen und Leistungen noch schwieriger wird.
  3. Informationsfreiheit: Ohne Netzneutralität können Telekomanbieter bestimmen, zu welchen Dienstleistungen und Informationen Bürgerinnen und Bürger im Internet Zugang haben. Dies ist in der heutigen Informationsgesellschaft nicht tolerierbar.
  4. Zukunft des Internets: Ohne Sicherstellung der Netzneutralität droht ein Zwei-Klassen-Internet zu entstehen, das die Bildung von Medien-Oligopolen begünstigt. Nur noch zahlungskräftige Grossunternehmen könnten sicherstellen, dass ihre Inhalte in konkurrenzfähiger Qualität bei den Internetnutzern ankommen.
Nein
Ja
Die Wettbewerbsfreiheit muss auch online gewährleistet werden.
Verschlüsselung / Überwachung: Befürworten Sie die flächendeckende Überwachung und Speicherung auf Vorrat aller Kommunikationsdaten in der Schweiz?
Die Überwachung ist ein zweischneidiges Thema: Einerseits soll der Rechtsstaat eine zeitgemässe Verfolgung von Kriminellen ermöglichen, andererseits besteht die berechtigte Sorge vor einer flächendeckenden Überwachung auf Vorrat. Es macht durchaus Sinn, dass der Staat bei schweren Verbrechen mit einer richterlichen Verordnung bestimmte Personen überwachen darf. Allerdings wäre es verfehlt, die technischen Möglichkeiten voll auszunutzen und sämtliche Kommunikation präventiv zu überwachen und abzuspeichern. Diese Diskussion wird zur Zeit im Rahmen der Revision des Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) geführt.
Nein
Ja
Überwachung bedarf einer klaren gesetzlichen Grundlage. Die persönliche Freiheit ist auch im Datenverkehr zu gewährleisten.
Open Government Data: Befürworten Sie die kostenfreie Publikation von nicht personenbezogener und sicherheitsrelevanter Daten (Open Government Data) der öffentlichen Hand?
Offene Behördendaten eröffnen vielfältige Möglichkeiten: Bürgerinnen und Bürger können die Handlungen von Regierung und Verwaltung auf Basis von Daten besser verstehen und nachvollziehen. Verwaltungen können bei der Produktion und Nutzung von Daten neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit nutzen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Forschende können die bereits vorhandenen Daten nutzen, um neue Forschungsergebnisse zu erzielen. Konsumentinnen und Konsumenten können datengestützt bessere Entscheidungen bei der Auswahl von Produkten und Dienstleistungen treffen. Unternehmen können neue Produkte und Dienstleistungen konzipieren und tragen damit entscheidend zur Innovationsleistung eines Landes bei.
Nein
Ja
Ja, solange die persönliche Integrität jedes Bürgers gewahrt bleibt und Diskriminierungseffekte (z.B. bei Gesundheitsdaten) ausgeschlossen werden können.
Offene Dateiformate: Sollen öffentliche Stellen ausschliesslich offene Standards (Dateiformate, Schnittstellen etc.) für die Kommunikation und Archivierung verwenden?
Offene Standards wie Dateiformate, Programmierschnittstellen oder Kommunikationssprachen ermöglichen das Zusammenspiel von unterschiedlichen Informatikanwendungen. Mit einem offenen Standard haben alle Marktteilnehmer die gleichen Chancen um kompatible Software-Lösungen zu entwickeln. Dies fördert den Wettbewerb und stimuliert die Innovation. Ein offener Standard wird von einer Non-Profit Organisation kontrolliert und dessen technischen Eigenschaften sind öffentlich zugänglich und uneingeschränkt nutzbar.
Nein
Ja
Interoperabilität ist wichtig für zukünftige Entwicklungen und verringert die Abhängigkeit von einzelnen marktbeherrschenden Anbietern (z.B. Google, Microsoft oder Apple)
Open Education: Sollen alle öffentlich finanzierten digitalen Lehrmittel kostenlos unter einer freier Lizenz zugänglich sein? (Open Education)
Open Education ist als bildungspolitisches Anliegen zu verstehen, das Bildung und Wissen frei verfügbar und zugänglich gestalten will. Der uneingeschränkte Zugang zu Wissen und Bildung spielt bei den Digitalisierungs- und Virtualisierungstrends eine wesentliche Rolle um Chancengleichheit für alle zu ermöglichen. Konkret sollten dazu alle Lehrmittel als Open Educational Ressourcen bspw. unter freien Lizenzen wie Creative Commons veröffentlicht sein.
Nein
Ja
Open Education: Sollen öffentliche Bildungsinstitutionen den Unterricht grundsätzlich mit Open Source/Freier Software gestalten?
Chancengleichheit ist ein wichtiger Faktor in der Informationsgesellschaft. Damit alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, die digitalen Hilfsmittel zu nutzen, sollten alle Bildungsstellen grundsätzlich mit Open Source/Freier Software arbeiten. Dadurch können sowohl Lernende als auch Lehrende die Software-Anwendungen kostenlos und uneingeschränkt nutzen.
Nein
Ja
Wenn immer möglich.
E-Voting: Befürworten Sie elektronische Stimmabgabe (E-Voting, Vote électronique) unter der Voraussetzung, dass die eingesetzte Software Open Source/Freie Software ist und das Abstimmungsverfahren transparent nachvollzogen werden kann?
Seit 2008 erlaubt der Bund den Kantonen Versuche mit der elektronischen Stimmabgabe. Gemäss Gesetz und Verordnung sind sehr enge Vorgaben gesetzt. Dennoch bestehen Risiken, welche die heutigen Lösungen mit sich bringen: Der technische Aufbau der Software-Anwendungen ist nicht öffentlich zugänglich und auch das Zählverfahren ist nicht transparent nachvollziehbar. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann E-Voting aus Technologie-Sicht empfohlen werden.
Nein
Ja
Open Source / Freie Software: Sollen Geräteeigentümer die Möglichkeit haben, die Software auf ihren Geräten zu ändern oder von Fachpersonen ändern zu lassen?
Geräte wie Smartphones, Smartwatches, eBook-Reader oder ähnliches werden oft mit nicht veränderbarer Software in Form eines fest installierten Betriebssystems ausgeliefert. Es ist somit im Interesse der Benutzerinnen und Benutzer, dass sie grundsätzlich die Möglichkeit haben, diese Software anzupassen und zu ändern.
Nein
Ja
Solange damit keine Sicherheitsstandard umgangen werden können. Die digitale Spur soll in einem strafrechtlich relevanten Fall nachvollzogen werden können.